Geheimnisse der Fiaker
Wo die Tradition zu Hause ist. Bevor die Kutschen in der Innenstadt zu sehen sind, beginnt ihr Tag in der Ruhe des 11. Bezirks. Bei diesem Erlebnis laden wir Sie ein, dorthin zu kommen, wo unsere Pferde schlafen, essen und gepflegt werden. Es ist ein ehrlicher Blick hinter die Fassaden einer jahrhundertealten Tradition.
Der Auftakt im Stall: Ihr Erlebnis beginnt direkt in unseren Stallungen. Wir zeigen Ihnen, was Tierschutz und Pferdepflege bei Fiaker Paul bedeuten. Sie riechen das frische Heu, sehen die sorgfältige Vorbereitung der Kutschen und erfahren alles über die Ausbildung der Pferde und Kutscher. Wir beantworten die Fragen, die sonst oft unbeantwortet bleiben.
Die Seele des Berufs: Erfahren Sie mehr über das Handwerk des Kutschers – von der Pflege der Geschirre bis hin zur Etikette auf dem Bock. Wir zeigen Ihnen unsere modernen Stallungen, die Tradition mit modernsten Standards der Tierhaltung verbinden. Dies ist die Basis für alles, was wir in der Stadt präsentieren.
Der Weg in die Stadt: Nach der Führung nehmen Sie in der Kutsche Platz. Aber nicht in der Stadt, sondern direkt hier am Stall. Die Fahrt führt uns vom 11. Bezirk auf einer ungewöhnlichen Route bis hinein in das historische Zentrum. Sie erleben den Übergang vom "arbeitenden Wien" zum "glanzvollen Wien" hautnah.
Die Schlusspassage: Wenn wir den ersten Bezirk erreichen, haben Sie eine völlig neue Perspektive auf das Gespann gewonnen. Sie wissen nun, wer die Tiere sind und wie viel Herzblut in jedem Detail steckt. Die Fahrt endet im Herzen der Stadt, während das Wissen um das Erlebte noch lange nachwirkt.
Ihre Reservierung gilt für die gewählte Dauer. Der Preis versteht sich pro Kutsche und ist unabhängig von der Personenanzahl (bis zu 4 Erwachsene und 2 Kinder). Für weitere Details beachten Sie bitte unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Das Wohl unserer Pferde ist das Fundament unserer Familientradition und unserer täglichen Arbeit. Unsere Philosophie beruht auf Respekt, Urvertrauen und artgerechter Haltung. Dies stellen wir durch strenge Massstäbe sicher: Symbiose
- Begrenzte Arbeitszeiten und regelmässige Pausen.
- Ständige Versorgung mit frischem Wasser und hochwertigem Futter.
- Regelmässige tierärztliche Kontrollen und Hufpflege durch unseren hauseigenen Hufschmied sowie unserer langjährigen Tierärztin.
- Grosszügige Stallungen und ausreichend freier Auslauf auf Paddocks und Grünkoppeln.
- Strikte Einhaltung der "Hitzefrei"-Regelung im Sommer.
Unsere Pferde sind für uns Familienmitglieder. Gerne können Sie sich bei einer Stallführung persönlich davon überzeugen.
Neben unserem eigenen Qualitätsanspruch und den über die Gesetze hinausreichenden Maßnahmen betreffend unserer Pferde ist selbstverständlich auch das Veterinäramt der Stadt Wien eine weitere und unabhängige Kontrollinstanz, um die Gesundheit der Pferde und Einhaltung aller Auflagen sicherzustellen. Laut öffentlichen Aussagen der Stadtvertretung führte das Veterinäramt in den vergangenen Jahren stets jährlich zwischen 2.500-3.000 amtstierärztliche Kontrollen bei rund 300 Fiakerpferden in Wien durch. Diese Kontrollen erfolgen stets umangekündigt im Stadtzentrum, während der täglichen Arbeit mit den Tieren.
Offizielle Statistiken des Veterinäramts weisen zudem die Anzahl der Anzeigen nach dem Tierschutzgesetz gegen Fiaker aus. Jährlich bewegen sich die Anzeigen zumeist zwischen 0-5. Genauere Statistiken zu Kontrollen und Anzeigen inkl. Quellennachweis finden Sie hier: https://www.fiaker.info
Auch die Stallungen der rund 20 existierenden Fiakerbetrieben in Wien werden jährlich zweimal durch das Veterinäramt revisioniert. Die erste Überprüfung erfolgt angekündigt, während die zweite Revision völlig unangekündigt erfolgt. Bei diesen Revisionen wird insbesondere der Gesundheitszustand der Pferde begutachtet und sichergestellt, dass diese in der Lage sind ihrer Tätigkeit im Straßenverkehr sicher nachzugehen. Der technisch einwandfreie Zustand der Kutschen wird ebenfalls erhoben sowie die Einhaltung aller gesetzlichen Auflagen in den Stallungen selbst.
Bei nicht einhalten der Gesetze oder erheblichen Mängeln drohen dem Unternehmer neben hohen Geldstrafen unter anderem auch ein Konzessionsentzug.
Das Fiakergewerbe in Wien zählt sicherlich zu einem der am meisten regulierten und engmaschig überprüften Gewerbe Österreichs. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Niveau der Kutschbetriebe in Wien allein schon aufgrund der gesetzlichen Vorgaben auf einem wohl weltweit unerreichtem Standard aufbaut.
Ob alle Betriebe intern die selben Standards leben, der Umgang zwischen Mensch und Pferd in gleichem respektvollem Maß erfolgt oder etwa die selbe Qualität an Futter und Einstreu gewährleistet sind lässt sich jedoch nicht zur Gänze beurteilen. Umso wichtiger sind uns Transparenz, Offenheit und ein sachlicher Umgang mit kritischen Fragen.
Nein – Kutschfahrten unter Einhaltung aller gesetzlichen Rahmenbedingungen können selbst an warmen Sommertagen in Wien laut unabhängigen Institutionen wie dem "Veterinäramt der Stadt Wien" sowie der "Veterinärmedizinische Universität Wien" faktisch nicht als Tierquälerei bezeichnet werden.
Diese Behauptung wird insbesondere durch eine Aussage des Veterinäramts Wien in einem Gerichtsprozess gegen eine NGO deutlich. Darin behauptet das Veterinäramt Wien, dass seit Beginn der Aufzeichnungen zu Unfällen/Vorfällen mit Fiakerpferden vor etwa 20 Jahren nachweislich noch kein einziges Pferd durch "Hitze" kollabiert ist.
Das Veterinäramt der Stadt ist verpflichtet jeden Vorfall in Bezug auf Fiakerpferde zu überprüfen. Generell verstärkt das Veterinäramt die Intensität der gesundheitlichen Kontrollen bei Fiaker-Pferden an besonders warmen Tagen, über 30 Grad.
Weiters hat die VetMed Uni Wien 2025 das Ergebnis einer 2024 eigenfinanzierten Studie mit dem Titel "Studie zu Hitzestress bzw. Hitzetoleranz bei Wiener Fiakerpferden" veröffentlicht. Bei der Studie wurden in Summe 58 Fiaker-Pferde (darunter auch viele unserer in der Stadt aktiven Pferde) ein Jahr lang begleitet und 764 wissenschaftliche Erhebungen durchgeführt.
Dabei wurden insbesondere folgende Parameter erhoben (morgens + nachmittags zur wärmsten Zeit des Tages):
- Atemfrequenz
- Pulsfrequenz
- Körperoberflächentemperatur
- Stresshormone im Kot
- Allgemeinverhalten
Wesentliche Ergebnisse:
Die Ergebnisse liefern wichtige Daten zur individuellen Hitzetoleranz von Fiakerpferden in Wien.
Die Pferde zeigten im Laufe der gesamten Studie keine klinischen Anzeichen von Hitzestress.
Die dokumentierten Reaktionen auf Temperaturunterschiede unterstützen die Einschätzung, dass Fiakerpferde physiologisch gut an Hitze angepasst sind.
Weitere Studien und Expertenmeinungen:
- Eine ähnliche Studie wurde bereits auch im Jahr 2009 veröffentlicht: "Hitzemessungen bei Fiakerpferden" – auch hier kam die Studie zu einem ähnlichen Gesamtergebnis. Die Studie wurde jedoch in der Vergangenheit von NGOs als "nicht mehr aktuell" kritisiert.
- Eine weitere Studie zum Thema Hitzeverträglichkeit bei Kutschpferden wurde außerdem in Mexiko durchgeführt: "Studie zur Einflussnahme von Hitze auf Kutschpferde (Mexiko)" (englisch)
- Dr. med. vet. Hans Christ: "Keine Gefahr für Fiakerpferde"
- Dr. Kaun: "Nur Pferdesachverstand kann helfen"
- "So geht es den Fiaker-Pferden bei der Hitze"
- Dr. med. vet. Isabella Copar: "90 Prozent der Tiere sind auch nach einem warmen Tag nicht einmal im Bereich der Zügel nass vom Schweiß"
In Wien gelten mitunter die strengsten Tierschutzgesetze Europas. Ab einer Temperatur von 35 °C (Messstation Innere Stadt) gilt ein gesetzliches Fahrverbot, das sogenannte „Hitzefrei“. Sollte der Messwert erreicht werden, müssen alle Fiaker-Kutschen die Innenstadt verlassen und nach Hause fahren. Kutschfahrten, die noch vor dem Erreichen der 35 Grad Celsius begonnen wurden, dürfen per Gesetz noch zu Ende gefahren werden. Bei hitzebedingten Ausfällen Ihrer Fahrt bieten wir eine kostenlose Stornierungen oder Rückerstattung an.
Bei nicht einhalten der Hitzeregelung drohen den Unternehmern und Kutschern schwerwiegende Strafen in der Höhe von mehreren Tausend Euro.
Wir halten uns strikt an diese Vorgaben und orientieren uns an wissenschaftlichen Studien aus relevanten Bereichen, wie jene Studie der Vetmeduni Wien, die belegen, dass Pferde bei Einhaltung der Pausen und Wasserversorgung keinen Hitzestress erleiden. Zusätzlich kontrollieren unsere Kutscher laufend unsere Tiere und kennen diese sehr gut. Sollte ein Pferd aus unerwarteten Gründen in etwaiger Form gesundheitlich beeinträchtigt sein - kann das durch unser fachkundiges Personal früh erkannt werden und entsprechende Maßnahmen schnell erfolgen.
Als einziger Fiaker-Betrieb Wiens bieten wir Ihnen bei diesem Erlebnis einen unverfälschten Blick in unsere Stallungen, hinter die Kulissen unseres Handwerks und die jahrhudertlange Fiaker-Tradtion. Die rund 90-minütige Tour startet morgens direkt in unserem Stall im 11. Bezirk. Sie erfahren alles über unsere Pferde, Tierschutz, die Pflege und die über 300-jährige Geschichte der Wiener Fiaker, bevor Sie mit der Kutsche direkt in die Innenstadt fahren.




.webp)






